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| Via Los Angeles, 77/a - Santa Maria degli Angeli - Assisi - Tel. 075 80 41 339 | ||||||||||||||||||||
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Viele Gäste haben mich gefragt, warum unser Hotel “Los Angeles“ heisst. Hierauf könnte man leicht antworten, dass wir ihm den Namen der gleichlautenden Strasse gegeben haben. Die Wahrheit aber verbietet mir das und so werde ich Ihnen erzählen, was ich in den Erinnerungsstücken meines Vaters gefunden habe und zwar, genauer, in einem kleinen Buch, das ihm mit Widmung geschenkt und vom unvergesslichen Anwalt Arnaldo Fortini, Präsident der Internationalen Gesellschaft franziskanischer Studien - Assisi, geschrieben wurde; datiert mit 2. August 1962, in Kalifornien.
Unter anderem steht geschrieben: “Im Sommer des Jahres 1769 durchquerten einige Minderbrüder, angeführt von Fra Giovanni Crespi Kalifornien. Es war ein unbekanntes Land, das in ihren Augen wie ein Stück Paradies leuchtete. Alles war zauberhaft, wie eine Vision, Musik und Traum: Die Flüsse liefen durch weite Prärie, die von Blumen übersät war, Vögel in allen Farben begrüssten sie, sobald sie auftauchten, Berge erhoben sich unter einem Himmel unvergleichlicher Klarheit. Alles war Reinheit, Unberührtsein, ekstatische und ursprüngliche Schönheit. Sie gelangten an den Strand, an der Mündung eines grossen Flusses. Es war am 2. August, Tag des Ablasses von Assisi. Treu ihrer alten Ordensregel wiederholte Giovanni in seinem Herzen die Laudes, die das göttliche Wunder feierte. Und so kam es, dass er – auf Knien – dem neuen Land einen Namen gab, der den Anhängern von Assisi und Sankt Franziskus wie die himmlische Heimat vorkam: Die Engel, Los Angeles. Heute ist dies eine florierende und dichtbesiedelte Metropole. Übrigens ist ganz Kalifornien in seinen Ursprüngen von Geschichte, Glaube und franziskanischer Poesie durchdrungen. Sieben Jahre später, im Jahre 1766, gründeten andere spanische Minderbrüder die Mission des Sankt Franziskus von Assisi, die später zur Stadt San Francisco wurde. Am 12. Januar 1777 gründeten zwei Franziskanerpatres, Tommaso della Pena und José Antonio de Murgula noch die Mission Santa Chiara, heute die Stadt Santa Clara. Diese Franziskanermissionen gaben der Region Leben, besonders durch das Werk des frommen und energischen Pater Iunipero Serra. Ihm verdankt Kalifornien seine erste Besiedlung, die Anfänge seiner Landwirtschaft und seines Hauswirtschaftsgewerbes, seine Ortsnamenskunde, die charakteristische Architektur seiner Kirchen und seiner Landwirtschaftshäuser, die Zivilisation der Indianer, die ersten Versuche des Vordringens ins Landesinnere. Ein halbes Jahrhundert schritt das wirtschaftliche und politische Leben Kaliforniens unter Führung der Schüler des seraphischen Heiligen ruhig dahin. An klaren Nachmittagen, am wunderbaren Strand sitzend, lasen sie wieder jene Worte der Ordensregel: “...Als Lohn für Ihre Mühe erhielten sie jene Dinge, die für den Lebensunterhalt nötig sind, mit Ausnahme von Geld, wie es sich für Diener Gottes und Jünger der heiligen Armut schickt“. Mit Ausnahme des Geldes. Dies war die grosse Lehre des heiligen Franziskus. “Der Glanz des Goldes“, pflegte er zu sagen, “gleicht dem Auge der Schlange, das sein Opfer fasziniert, bevor sie es verschlingt“. Pecunia nihil aliud est insidia-bolus, et col uber venenosus. Die ersten Unruhen entstanden durch Intrigen ausländischer Mächte, die durch masslose Begier nach kommerzieller Expansion angezogen wurden. Dann kam der Wirbel verderblichen Fiebers, das sich – Ironie des Schicksals – ausgerecht jene Nation heimsuchte, die von den Jüngern des Heiligen von Assisi geheiligt wurde. Eines Tages (es war im Januar 1849), am Strand eines kleinen Flusses Südkaliforniens, American River genannt, zog ein Pionier der Mormonen, Sam Brannam, eine Flasche, die er in den Flusssand getaucht hatte, voller Goldflitter wieder heraus. Er wurde von rasender Freude erfüllt. “Gold! Gold!“, begann er zu schreien. “Gold! Gold! Amerikanisches Flussgold. Gold aus dem amerikanischen Fluss!“. Es war die erste Entdeckung von Gold in Amerika. Die Nachricht verbreitete sich schnell. Aus allen Teilen der Welt kamen Goldsucher an. Es war eine unerhörte Raserei, so im Credo eines bekannten modernen Romanciers zusammengefasst: “Gold ist das Glück, das Lächeln der Frauen, Macht über die Menschen, der Kelch aller Vergnügen, der magische Stein, mit dem sich das Elend des Lebens in Traum verwandelt. Gold ist alles, mehr als der Frühling, mehr als die Schönheit, mehr als die Jugend“. Das Fieber der Goldsucher suchte und wühlte in den Felsen, im Sand, in den Flüssen. Der Friede war verschwunden. Ringsum sah man nur noch Gesichter, die vor Gier ganz bleich und Augen, die wie geblendet waren. Die Erde strahlte im rötlichen Schein einer schrecklichen Besessenheit. Das Meer, das der Glorie von Sankt Franziskus geweiht war, erschien nun wie eine glühende Prärie. Hunderte von Schiffen irrten darin umher, verlassen von ihrer Besatzung, derer sich ein monströser Wahnsinn bemächtigt hatte. Das ganze Land wurde zur Beute von Krieg, Hass, Hunger, Pest. Die Felder wurden verlassen, die Geschäfte verfielen. Von dieser Tragödie blieben nur einige ungenaue Erinnerungen. Unheilvolle Namen von Dörfern und Stadtvierteln: Tal der Gespenster; Haus der Pistolen; Stadt des Todes. Sam Brannam starb als Verrückter in einem Krankenhaus, darüber verzweifelt, dass nicht er allein das ganze Gold ergreifen konnte, dessen Entdeckung und Eigentum er sich zuschrieb. In der Legende Sanctae Clarae Virginis fand sich eine kostbare Warnung, die sich alle für ihren Frieden zu Herzen nehmen sollten: Paupertatem spiritus, quae vera himilitas est, paupertas rerum omnium continebat. Das heisst: Wenn man von Armut spricht, in dem Sinn, den Franziskus dieser grundlegenden Vorschrift seiner Regel geben wollte, muss man mehr als an den Verzicht aller materiellen Dinge, an den entschiedenen Willen nach Freiheit denken. PRIMO TIRADOSSI |
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